Steintorbrücke

Die Steintorbrücke befindet sich am südlichen Ende der Bahnhofshalle des Hauptbahnhofs und überquert daher die Bahngleise. Der Steintordamm, die Straßenbezeichnung für die Steintorbrücke, stellt mit der Verlängerung in die Mönckebergstraße noch immer die Haupteinfahrt in die Stadt dar. Auch die Straße Steintorweg, die vom Steintorplatz abgeht, erinnert noch an die Stätte des damaligen Stadttors mit dem Namen Steintor. Dazu gleich mehr, zuvor aber erst einmal das Bild der Steintorbrücke. 

Steintordamm

Spätestens seit meines Berichtes für die Großen Wallanlagen sind Euch ja die verschiedenen Stadttore bekannt, mit denen Hamburg damals abgesichert war. Das Steintor ist eines davon.

Das Steintor hat seinen Namen von der Steinstraße, die seit dem 13. Jahrhundert erste gepflasterte Straße Hamburgs (in meinem Blogbeitrag über den Bischofsturm nannte ich sie die „via appia antica“ Hamburgs) und damalige Hauptstraße aus der Stadtmitte heraus in Richtung Osten. Weil Hamburg durch den Handel und die Hanse so eng mit Lübeck verbunden war, wurde das Steintor analog des Lübecker Holstentors gestaltet: zwei dicke Türme bewachten den Weg durch den Verteidigungswall. Und genau weil die nach Lübeck führende Landstraße, der Steindamm, immer wichtiger wurde, wurde auch dieser im Jahr 1539 als eine der ersten Landstraßen gepflastert.

Vor dem Steintor wurden gegen Ende des 18. Jahrhunderts mehrere Friedhöfe angelegt, weil innerhalb der Stadt kein Platz mehr war. Diese Friedhöfe mussten dann allerdings um 1900 herum weichen; denn im Jahr 1902 wurde die U-Bahn gebaut und 1906 der Hauptbahnhof. Die Fundamente des Steintores wurden im Jahr 1902 entdeckt, als man den U-Bahn-Tunnel unter den geplanten Gleisen für den Hauptbahnhof (der übrigens am 6. Dezember 1906 eröffnet wurde) ausgegraben hat. So stieß man auf das Ziegelmauerwerk sowie Überreste der Brücke, die über den Graben vor dem Steintor führte.

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2 Gedanken zu „Steintorbrücke

  1. writeln

    Ein ganz toller, fundierter Bericht. Wenn man heute in der Ecke unterwegs ist, ahnt man kaum etwas von der langen Geschichte des Hamburger Stadtwalls. Das Bahnhofsumfeld dominiert und macht das Viertel zu einer wenig hübschen Gegend.
    Man sollte gerade diese Ecke unbedingt bei der Gestaltung des „grünen Rings“ mal besonders im historischen Kontext berücksichtigen.
    Dass dort das Gegenstück zum Hostentor stand, war mir neu. Danke für die vielen Infos!

    Antwort

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