Richardstraßenbrücke

Auf diesem Blog habe ich ja bereits die eine oder andere Brücke vorgestellt, die den Eilbekkanal überquert und so ist heute die Richardstraßenbrücke an der Reihe, die ich ebenfalls fotografiert habe, als ich vor einiger Zeit mal entlang des Eilbekkanals gefahren bin und dabei auch die Hausboote entdeckt habe.

Die Richardstraße führt von der Wandsbeker Chaussee in Eilbek zur Oberaltenallee in Barmbek-Süd und ist eine zweispurige Straße mit vielen Grünflächen und sie quert in ihrem Verlauf den Eilbekkanal. 

Richardstraße

Ich habe jetzt aber schon so häufig über den Eilbekkanal berichtet ohne auf ihn wirklich einzugehen und so möchte ich das doch an dieser Stelle nachholen.

Der Beginn liegt weiter nord-westlich, im Mühlenteich, das über ein Wehr verfügt und in Wandsbek liegt. In diesen Mühlenteich hinein fließt die Wandse und aus ihm heraus dann die Eilbek. Sie wird dann zum Eilbekkanal, der in den Kuhmühlenteich führt und danach durch den Mundsburger Kanal in die Außenalster mündet.

An dem Mühlenteich verlief damals (irgendwann vor gar nicht mal so langer Zeit) die ehemalige Grenze zwischen Hamburg und Wandsbek. Der Namensursprung von Wandsbek liegt übrigens in der alten Bezeichnung für Grenze: „wande„.

Kann mir jemand bestätigen, dass oder ob in Eilbek besonders viele Heilpraktiker oder Naturheiler angesiedelt sind?

Wenn nicht … sie sollten es tun; denn der Name Eilbek leitet sich (so zumindest sagt Wikipedia es mir) aus dem Wort Ylenbeke ab, was so viel bedeutet wie der „Bach der Ihlen“, die wohl Blutegel sind und eben im heutigen Eilbek bis Ende des 19. Jahrhunderts zu medizinischen Zwecken gefangen wurden. Hmmh … aber vielleicht gibt es dort in der Eilbek oder am Eilbekkanal keine Blutegel mehr. Ich stelle mir gerade vor (mein Kopfkino funktioniert bestens), ich habe mir für horrendes Geld ein Hausboot gekauft, sitze da auf der Terrasse, lasse die Beine in den Eilbekkanal baumeln und …. – den Rest überlasse ich Eurem Kopfkino.

Eine Besonderheit ist allerdings noch erwähnenswert: Ihr erinnert Euch möglicherweise an meinen Blogbericht über das „Grüne Netz“ Hamburg, das im Ausland fälschlicherweise so interpretiert wurde, dass Hamburg innerhalb der nächsten 20 Jahre zur ersten autofreien Stadt Europas würde. In diesen Zusammenhang passt es gut, das parallel zum Eilbekkanal seit 2012 die Fahrradstraße Uferstraße und Lortzingstraße als Teil der Veloroute 6, die aus der Innenstadt über Dulsberg nach Farmsen führt, verläuft.

Hamburg ist ja nun nicht gerade dafür bekannt, besonders fahrradfreundlich zu sein, auch wenn es immer gern propagiert wird. Aber wer regelmäßig mit dem Rad fährt, weiß die Straße zu schätzen. Nun hat man sich also vorgenommen, Fahrradstraßen vermehrt einzurichten. Da die aber nicht so wirklich bekannt sind (ich stand beim ersten Mal auch ziemlich bedeppert vorm Schild und wusste nichts so richtig damit anzufangen), hier eine kleine Erläuterung.

Da es Fahrradstraßen in Hamburg bisher nur an wenigen Stellen gibt, sind die Regelungen dazu noch wenig bekannt. Wesentlich ist, dass die gesamte Fahrbahn wie ein „Radweg“ ausgewiesen ist, so dass Radfahrer auch nebeneinander fahren dürfen. Autofahrer können als „Gäste“ zugelassen werden, zum Beispiel nur, wenn sie Anlieger sind oder nur in einer Fahrtrichtung. Dies ist dann der Beschilderung zu entnehmen, die an Anfang und Ende der Fahrradstraße steht.

Quelle: Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation 

Aber es muss ja nicht gleich eine Fahrradstraße sein. Das Einrichten von Radfahr- oder Schutzstreifen ginge wesentlich schneller und ist aus meiner Sicht dringend erforderlich, denn von den 1.700 Kilometern so genannten Radwegenetzes in Hamburg sind gerade mal 57 Kilometer als Radfahr- oder Schutzstreifen umgebaut, die durch eine dicke, durchgezogene Linie und ein Fahrradpiktogramm markiert sind.

Auf Radfahrstreifen dürfen Autos nicht fahren, halten oder parken, sondern nur in Ausnahemefällen befahren werden, um beispielsweise in engen Straßen Gegenverkehr auszuweichen. Nur zum Einparken dürfen sie überquert werden – hier liegt aber meiner Meinung nach das nächste Problem: dadurch, dass die Parkstreifen für die Autos rechts neben den Radfahrstreifen angebracht sind, befindet man sich als Radfahrer genau neben der Fahrertür. Ich durfte schon zweimal ein schnelles Ausweichmanöver machen, weil die Autofahrer gedankenlos ihre Tür aufreißen. Wäre auf der Fahrerseite direkt die Straße, passen sie auf, aber ein Radfahrstreifen lädt so einige Autofahrer dazu ein, die Tür einfach aufzureißen. Furchtbar und eine große Gefahren- und Unfallquelle.

Mehr zu Fahrradfahren in Hamburg findet Ihr bei hamburgfiets – Abenteuer auf den Straßen einer Stadt. Lesenswert!

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2 Gedanken zu „Richardstraßenbrücke

  1. Kirsten

    Die Fahrradstraße entlang des Eilbekkanals ist die Schönste! Das kann ich nur bestätigen! Ich radel dort immer entlang , wenn ich nach Wandsbek will!
    Das mit den Blutegeln wußte ich nicht… und nun, habe ich Dank dir, immer dieses Bild vor Augen…Schönen Dank auch;))
    Liebe Grüße, Kirsten

    Antwort

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