Stadthausbrücke

Die Stadthausbrücke wurde im Jahr 1889 erbaut und sie überquert das Bleichenfleet. Mit dem Bau der Brücke wurde eine Verbindung zwischen der Altstadt und der Neustadt geschaffen. Gleichzeitig zum Bau der Stadthausbrücke wurde das Stadthaus zwischen 1888 und 1892 erheblich vergrößert und das auffällige Eckgebäude Neuer Wall / Stadthausbrücke mit den auffälligen Reliefs und dem runden Turm mit der hohen Kuppel und dem Tambour entstanden. 

Stadthausbrücke 04

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Stadthausbrücke liegt an der gleichnamigen S-Bahn-Station und von ihr aus blickt man auf die Ellerntorsbrücke zur Fleetinsel hinüber.

Wie man sich denken kann, hat die Stadthausbrücke ihren Namen vom Stadthaus, das im Jahr 1814 als Sitz der Stadtverwaltung und der Polizei in Hamburg entstand. Es wurde allerdings nicht neu gebaut, sondern das bereits im Jahr 1710 errichtete Görtz-Palais, das während der französischen Besetzung Hamburgs zwischen 1811 und 1814 als Mairie, also als Rathaus, gedient hatte, wurde entsprechend umgebaut und erweitert, so dass es dann 1814 fertiggestellt und in „Stadthaus“ umbenannt wurde.

Stadthaus Görtz Palais 01 Stadthaus Görtz Palais Hamburg Wappen Stadthaus Görtz Palais

Während der erneuten Umbauphase anlässlich des Baus der Stadthausbrücke wurde der pompöse Haupteingang des Gebäudes in diesen neuen Rundbau verlegt. Ein Hamburger Staatswappen wurde in die Balkonbrüstung des Turmsockels angebracht und im Rundbogenrahmen der Tür ein Medaillon mit stilisierten Ölbaumzweigen. Ferner wurde in der Tür eine in Gold eingelegte Inschrift angebracht mit dem Schriftzug: „Salus Populi suprema lex esto“ – was soviel heißt wie „Das Wohl des Volkes sei oberstes Gesetz“. Vielleicht sollte man heutzutage die Regierenden mal an dieser Tür innehalten lassen? Ein weiterer Anbau über das Bleichenfleet wurde vom Oberbaudirektor Schumacher zwischen 1914-1923 errichtet. Sicherlich nicht von ihm persönlich, sondern von Arbeitern nach seinen Plänen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wie viele alte Gebäude hat aber auch das Stadthaus eine dunkle Vergangenheit: die Beamten der dort ansässigen Staatspolizei wurden in der Nacht vom 5. auf den 6. März 1933 (also in der Nacht nach der Reichstagswahl) durch NSDAP-Mitglieder, SA- und SS-Angehörige ersetzt und das Stadthaus wurde ab Dezember 1935 zum Hauptquartier der Gestapo.

Zwischen 1933 und 1943 wurde das Haus zu einem „Ort der Folter und Verfolgung“, zahlreiche Menschen wurden nach ihren Festnahmen oder Verhaftungen in das Hauptquartier gebracht und dort misshandelt, ermordet oder in den Tod getrieben. Im Keller waren eigens Räume für diese „Verhöre“ eingerichtet. 1943 wurde das Gebäude durch Bombentreffer weitgehend zerstört. Zur Rolle der Polizeibehörden des Stadthauses im Nationalsozialismus gibt es eine Wanderausstellung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. (Quelle: Wikipedia).

Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Gebäude in vereinfachter Form wieder aufgebaut. Seit 2009 steht das gesamte Ensemble Neuer Wall 86/88, Stadthausbrücke 4-10 und Bleichenbrücke 17 a/b unter Denkmalschutz, wobei das Goertz-Palais im Neuen Wall 86 bereits 1928 unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Seit 1984 erinnert eine Gedenktafel am Eingang Stadthausbrücke 8 an die NS-Vergangenheit des Gebäudes und an die Opfer, die dort gefoltert und ermordet wurden. Im Gehweg vor dem Eingang wurden drei Stolpersteine eingelassen. Sie erinnern an den Werftarbeiter Gustav Schönherr, der als eines der ersten Opfer im April 1933 aus dem Fenster zu Tode gestürzt wurde. Ein weiterer Stolperstein gedenkt dem Schiffszimmermann Carl Burmester, der in diesem Haus 1934 im Treppenhaus zu Tode gestürzt wurde und ein weiterer Stolperstein an den Verkäufer und Dekorateur Wilhelm Prull, der 1943 als Homosexueller von der Gestapo verhaftet, misshandelt und ermordet wurde.

Gern hätte ich sowohl die Gedenktafel als auch die Stolpersteine gezeigt, aber das gesamte Stadthaus wird zurzeit aufwendig renoviert (wie man ja erkennen kann) und der ehemalige Eingangsbereich Stadhausbrücke 8 liegt unerreichbar hinter einem Bauzaun.

Karte anzeigen

Advertisements

Ein Gedanke zu „Stadthausbrücke

  1. Pingback: Danke für den Liebster-Award! | Typisch Hamburch

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s