Freihafenelbbrücke

Als ich mich neulich auf den Weg in den tschechischen Teil des Hamburger Hafens machte, bin ich durch Baakenhafen auf die andere Elbseite gefahren und damit natürlich die Freihafenelbbrücke überquert. Sie entstand 1916-1917 und die Erweiterung 1926, da für den Freihafen eine baulich getrennte Querung der Elbe auch für den Straßenverkehr notwendig wurde. Diese grenzt unmittelbar an die Eisenbahnbrücke an. Die Freihafenelbbrücke besitzt neben drei Fahrspuren auch ein separates Eisenbahngleis der Hamburger Hafenbahn und wurde bereits damals zweigeschossig konzipiert, damit die geplante U-Bahn-Strecke durch das Freihafengebiet nach Steinwerder ermöglicht werden kann – was allerdings nie realisiert wurde. Knapp 100 Jahre später (gut Ding braucht Weile 🙂 ) laufen die Bauarbeiten zur Verlängerung der U4 mit einer weiteren parallelen Brücke westlich neben der Freihafenelbbrücke. Dazu aber gleich nach den Fotos mehr. 

Freihafen Elbbrücke 01

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Das jetzt folgende Foto habe ich dem Sascha zu verdanken, der neulich mit dem Fahrrad über diese Brücke gefahren ist.

Bis zum Bau einer Brücke zur Elbquerung wurde die Verbindung zwischen Hamburg und Harburg im Sommer durch Fähren gewährleistet. Im Winter ist man einzig und allein über die tragfähige Eisdecke der Elbe von einer Seite zur anderen gegangen. Scheinbar gab es damals noch zuverlässige Winter.

Doch es gab dann auch mal eine fast vollständige Brücke über die Elbe: Napoléon ließ in der Franzosenzeit Hamburgs eine 4 km lange Brücke aus Holz errichten, die den Namen Iochbrücke hatte und die Wilhelmsburg überquerte. Allerdings hat sie die Elbe nicht direkt überquert, sondern an Norder- und Süderelbe musste in Ziehfähren umgestiegen werden. Als dann die Franzosen 1814 aus Hamburg abgezogen sind, ließ man die Brücke verrotten, weil sie auch Konkurrenz zu den Fähren darstellte. Der Eisgang und die strengen Winter sorgten dafür, dass diese Iochbrücke bereits 1817 völlig zerstört war.

Die Fährschiffer sahen die Eisenbahn mit dem Gütertransport nicht als Konkurrenz an und so gaben sie ihren Widerstand gegen eine feste Querung der Elbe auf. Aber es gab da ja noch die Harburger: diese widersetzten sich aus Angst um das örtliche Fuhrwesen, die Eisenbahnverbindung, die es bereits seit 1847 bis zur Elbe gab, bis nach Hamburg zu verlängern und hatten auch mehr als 20 Jahre lang Erfolg mit ihrem Widerstand. Erst im Jahr 1872 konnten die ersten Eisenbahnzüge nach Hamburg bis zum Hannoverschen Bahnhof auf dem Grasbrook fahren. Ab 1887 konnten dann aber bereits Pferdefuhrwerke ab der Veddel über die Neue Elbbrücke nach Hamburg fahren. Mit dem Bau der Süderelbbrücke 1899 bestand dann auch eine durchgehende Straßenverbindung zwischen Hamburg und Harburg.

So .. vom Gestern ins Jetzt: schaut mal auf Hamburg Interaktiv nach. Da gibt es einen schönen Blick auf die Freihafenelbbrücke.

Was es zum „Jetzt“ zu sagen gibt, ist ganz klar: der Bau der U4-Verlängerung bis zu den Elbbrücken. Und hier zitiere ich gern mal aus einem meiner bevorzugten Blogs rund um die Hamburger U-Bahn, nämlich Hamburger Untergrundbahn:

Die U-Bahntrasse wird ab HafenCity Universität in offener Bauweise errichtet ansteigen und im Kurvenbereich vor den Elbbrücken den Tunnel verlassen und in eine Hochbahnlage übergehen. Auf diese Weise ist es möglich, zukünftig die U4 über die Elbe Richtung Veddel und Wilhelmsburg weiter zu führen. Da sich die Station Chicago Square unmittelbar vor der Elbquerung befinden wird, ist die Anlage von Kehrgleisen südlich dieser Station nicht möglich, denn der Bau der U-Bahn-Elbbrücke ist zur Zeit nicht geplant. Interessanterweise soll hierzu die vorhandene Trasse in der bestehenden Freihafen-Elbbrücke nicht genutzt werden. Denn seit den 10er Jahren gibt es in der Freihafen-Elbbrücke eine Trassenvorbereitung für die U-Bahn. Sie stammt aus einer Zeit, als der Bau einer Freihafen-Hochbahn von Hammerbrook nach Neuhof vorgesehen war. Diese Pläne wurden in den 20er Jahren zu den Akten gelegt. Die Strecke ist bis HafenCity rund 1570 Meter lang: Ein recht langer Abschnitt ohne Zwischenhalt.

Hier entsteht dann auch bis zum Jahr 2025 das neue Quartier Elbbrücken, das die Silhouette Hamburgs bedeutend verändern wird. Dieses Quartier wird neben dem bereits bestehenden und weiter auszubauenden Überseequartier das zweite urbane Zentrum der HafenCity.

An den Elbbrücken entstehen in diesem neuen Quartier drei bis zu 150 m hohe Hochhäuser (damit sind sie höher als die Tanzenden Türme) und sollen so das östliche Entrée zur HafenCity und zur Stadt bilden, jedoch die Stadtsilhouette nicht beeinträchtigen. An dieser Stelle dürfen Hochhäuser von bis zu 40 Stockwerken pro Turm gebaut werden, ohne die für Hamburg prägende Silhouette der Kirchtürme zu stören.

Wer an weiterführenden Informationen über dieses neue Quartier mit Weitblick interessiert ist, sollte die Homepage der Hafencity aufsuchen, hier gibt es jede Menge Informationen. Oder aber, was ich immer wieder gern empfehle: das Kesselhaus zu besuchen.

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Ein Gedanke zu „Freihafenelbbrücke

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