Brandenburger Brücke (Gastbeitrag)

Heute gibt es eine Premiere. Der erste Gastbeitrag auf Hamburgs Brücken, den wir dem Sascha von cupofcoffee zu verdanken haben.

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Wenn man den Namen „Brandenburger Straße“ hört, denkt man erst einmal an eine prachtvolle Chaussee in prominenter Lage, oder vielleicht an eine von erhabenen, alten Bäumen gesäumte, breite Allee.

Die Brandenburger Straße in Hamburg jedoch, ist alles andere als prächtig. Sie liegt mitten im Hamburger Hafen und gesäumt wird sie von alten Lagerhallen und Schienen mit Flugrostbefall. Prominent ist allenfalls ihr Name, den sie vermutlich ihrer Lage auf der Spreehafeninsel verdankt. 

Die Spreehafeninsel wiederum liegt konsequenterweise im Spreehafen zwischen Wilhelmsburg und dem Kleinen Grasbrook. An ihrer Nordseite wird die Insel vom Veddelkanal begrenzt. Neben der bereits früher von Sabine vorgestellten Veddelkanalbrücke  wird die Spreehafeninsel von der „Brandenburger Brücke“ mit der nördlichen Nachbarin verbunden. Die Brücke bildet das nordöstliche Ende der Brandenburger Straße.

Die 106 Meter lange Brücke wurde 1974 gebaut und da wundert man sich doch etwas, denn irgendwie wirkt ihr stählernes Skelett sehr viel älter. Retrolook im Jahr, in dem die Köhlbrandbücke eröffnet wurde und allgemein eher Stahlbetonbau im Trend lag?
Tatsächlich handelt es sich hier um einen echten Fall von Brückenrecycling, denn der stählerne Mittelteil der Brücke stammt bereits aus dem Jahr 1916 und diente ursprünglich als Eisenbahnbrücke im Bereich des Norderlochs, ungefähr 2 Kilometer nordwestlich von ihrem jetzigen Standort. Auf dem Wasserwege wurde sie dann Anfang der 1970er Jahre zum Veddelkanal verfrachtet.

Zur Straßenbrücke umfunktioniert diente sie in ihrem zweiten Leben hauptsächlich den Hafenbahnern als „kurzer Dienstweg“ zwischen dem Betriebshof auf der Spreeinsel und dem riesigen „Hafenbahnhof Hamburg-Süd“ auf dem benachbarten Kleinen Grasbrook.

Derzeit erlebt die Brandenburger Brücke ihren „dritten Frühling“, denn mit der Öffnung des ehemaligen Freihafens im Jahre 2013 wurden im Hafen neue Rad- und Wanderwege angelegt. Die alte Brücke wurde dabei ein wichtiger Teil des Rundweges um den Spreehafen. Vor kurzem habe ich auf cupofcoffee mal etwas ausführlicher über die Radwege im Hafen  berichtet. An Wochenenden, wenn selbst im Hafen der Betrieb ein paar Gänge zurück schaltet, lohnt sich eine Tour durch diese ungewöhnliche und faszinierende Industrielandschaft ganz besonders. Es gibt viel zu entdecken!

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Über den Autor
Sascha aka „writeln“ bloggt normalerweise auf „cupofcoffee“ über die Stadt, in der er lebt und die ihm sehr am Herzen liegt. Der Hafen zieht in magisch an. Durch einen glücklichen Zufall ist er schon kurz nach Beginn von „Hamburgs Brücken“ auf diesen Blog aufmerksam geworden und war sofort fasziniert. Da war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, einen Gastbeitrag zu schreiben. 😉

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6 Gedanken zu „Brandenburger Brücke (Gastbeitrag)

  1. Pingback: Brücke recycelt » cup of coffee

  2. Pingback: Quer durch den Hafen » cup of coffee

  3. knightlyart

    Ein sehr sehr gelungener Brückenbeitrag von cupofcoffee! Traumhaft schöne Fotos!
    Macht sich hervorragend hier auf dieser Seite!
    Fröhliche Grüße, Kirsten

    Antwort
    1. writeln

      Hallo Kirsten,
      ist schon interessant, den eigenen Text auf einer anderen Seite zu lesen. Sabine hat das Material aber auch klasse in Szene gesetzt. Es war mir wirklich eine Ehre, hier schreiben zu dürfen und ich werde das gerne wiederholen. Eine Idee habe ich schon…

      Antwort

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