St.-Annen-Brücke

Die – wenn ich es richtig herausgefunden habe – im Jahr 1955 gebaute St.-Annen-Brücke gehört zu den wenigen Brücken in der Speicherstadt / HafenCity, die nicht unter Denkmalschutz stehen. Sie stellt die Verbindung zwischen Wandrahm und Brooktorkai dar und überquert das St. Annenfleet.

An ihrem südöstlichen Ende findet man das Fleetschlösschen, das immer einen Besuch wert ist und weiter südlich dann der Dar-Es-Salaam-Platz mit der León-Brücke und dem Internationalen Maritimen MuseumSt. Annen Brücke Schild St. Annen BrückeWenn man allerdings die St.-Annen-Brücke in nördliche Richtung geht, dann trifft man auf das so genannte Hafenrathaus, den Sitz der Hamburger Hafen und Logistik AG, im Volksmund weiterhin als „HaLa“ ausgesprochen, da ihr früherer Name „Hamburger Hafen und Lagerhaus AG“  (HHLA) war. Und ab hier hat man wieder das „heimische“ Speicherstadt-Gefühl der Backstein-Speicher.

Aber nun kommen wir zu der heutigen Geschichte; denn hinter fast so jeder Brücke der Speicherstadt versteckt sich auch eine Geschichte.

Beim nächsten Besuch der Speicherstadt schaut doch bitte auf den weinberankten Kopfbau von Block O am Sandtorkai: Dort an dieser Nordostecke schmücken zwei Figuren eine Nische.

erl. St. Annenbrücke Haus erl. St. Annenbrücke Mutter Kind

Nämlich eine Frau und ein sich an sie schmiegendes Mädchen und zwar Maria mit ihrer Mutter Anna und demzufolge die Mutter und Großmutter Christi. Das verwirrt den Hamburger (und nicht nur den) dann doch etwas; denn mitten in der Speicherstadt an einem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Hafenwirtschaft (dem Sitz der Hamburger Freihafen-Lagerhaus-Gesellschaft) findet eine katholische Heiligenverehrung statt? Im eigentlich doch evangelisch geprägten Hamburg?

Klar geht das, denn die Heilige Anna ist die Patronin der Speicherstadt. Wie das kam, steht bestens erklärt im Quartier – das Magazin für die Hafencity.

Ungefähr dort, wo das St. Annenufer auf die St. Annenbrücke trifft, stand ursprünglich die St.-Annen-Kapelle, die 1566 als Begräbniskapelle für den St.-Annen-Friedhof errichtet worden war. Diese Begräbnisstätte, die zum Kirchspiel St. Katharinen gehörte, nahm die Opfer der Pestepidemie von 1564 auf, die auf den übrigen innerstädtischen Friedhöfen keinen Platz mehr fanden. Der Friedhof wurde 1812 aufgehoben. Doch die Kapelle fiel erst 1869 der Verbreiterung der Zufahrtstraßen zum Sandtorkai zum Opfer…

Die Verehrung der heiligen Anna hatte ihren Höhepunkt um 1500. Bergleute wählten sie damals besonders gerne zu ihrer Patronin, woran heute noch die Stadt Annaberg erinnert. Aber auch Fischer und Seeleute erhofften sich von der heiligen Anna Schutz und Fürbitte. Ausdruck des Annenkults waren auch die St.-Annen-Bruderschaften, die sich an vielen Klöstern bildeten, so auch 1492 am Hamburger Franziskanerkloster Maria-Magdalena. An deren Wirken erinnerte wohl die St.-Annen-Kapelle. …

Wie es weiter geht mit der Geschichte um die Heilige St. Anna in der Speicherstadt … lest selbst, Quartier liefert immer wieder interessante Geschichten. Wenn Ihr nichts verpassen wollt, könnt Ihr deren Seite auch auf Facebook mit „gefällt mir“ markieren. 

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4 Gedanken zu „St.-Annen-Brücke

    1. kurzundknapp Autor

      Mir auch … bis ich für die Brücke recherchiert habe. Das war auch einer der Gründe, warum ich gestern nochmal in der Speicherstadt war. Ich musste doch das Foto nachmachen mit der Nische. Und: es hat geklappt

      Antwort

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