Katharinenbrücke

Wie die Postbrücke ist die Katharinenbrücke „eigentlich“ keine richtige Brücke mehr, weil das Fleet, das sie einst überquerte, zum Zwecke der Bebauung zugeschüttet wurde. Aber hier bei der Katharinenbrücke kann man noch ein kleines Stückchen dieses ehemaligen Fleets sehen, nämlich des Steckehörnfleet. Auch wenn hier mehr oder weniger nur Schlick zu sehen ist. Es war halt Ebbe, als ich dort vorbeikam. 

Katharinenbrücke Fleet 01 Katharinenbrücke Fleet Katharinenbrücke Schild Katharinenbrücke

Die Katharinenbrücke liegt direkt bei der Hauptkirche St. Katharinen, die erstmals im Jahr 1256 urkundlich erwähnt wurde. St. Katharinen und auch die Katharinenbrücke liegen auf der ehemaligen Insel Grimm (heute gibt es noch als Erinnerung hieran eine Straße gleichen Namens).

Der Grimm war eine Marschinsel und befand sich östlich der Insel Cremon. Beide Inseln wurden durch das mittlerweile zugeschüttete Steckelhörnfleet getrennt. Die Insel Grimm erstreckte sich auf einem Gebiet südlich der jetzigen Willy-Brandt-Straße von der St. Katharinen-Kirche im Westen bis ungefähr zum Meßberg im Osten – ein ziemlich großes Gebiet also.  Um Besiedelungen auf dem Grimm zu ermöglichen, wurde das Inselufer erhöht und nach drei Sturmfluten zwischen 1216 und 1219 wurde der Grimm zusätzlich eingedeicht. Der Grimm befand sich bis um das Jahr 1300 herum außerhalb der Hamburger Stadtmauern.

Fleetgänge präg(t)en den Grimm, d.h. kleine Durchgänge zum Wasser hin. Früher bauten die Siedler eigentlich ja fernab des Wassers. Als aber die Nachfrage stieg und auch Häuser am Wasser gebaut wurden, verkauften die ersten Siedler ihre Grundstücke am Wasser, sicherten sich aber durch die so genannten Fleetgänge weiterhin einen Zugang zum Wasser. Den Großen Hamburger Brand von 1842 hat der Grimm gut überstanden und war eines der wenigen Gebiete in der Altstadt, das auch im 20. Jahrhundert noch historische Bausubstanz besaß – in erster Linie Hamburger Kaufmannshäuser aus dem Barock.  Nach dem Großen Brand und der Aufhebung der Torsperre im Jahr 1861 zogen allerdings immer mehr Kaufleute, die bislang auf dem Grimm wohnten, in die Außenbezirke, so dass sich die Bevölkerungszusammensetzung stark verändert hat. Statt der Kaufleute prägten nun ärmere Bevölkerungsschichten das Gesicht der Insel und die ehemaligen Prachtbauten aus der Barockzeit wurden immer sanierungsbedürftiger. Der größte Teil des Grimms wurde dann im Hamburger Feuersturm 1943 zerstört. Unter diesem –> Link <– findet man eine schöne Karte der ehemaligen Insel Grimm.

Karte anzeigen

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